Effektlack – ein facettenreicher Trend in der Lacktechnik
Einen Lack der hochwertige Effektpigmente enthält, bezeichnet man als Effektlack. Das Charakteristikum von Effektlack ist, dass sich sein Erscheinungsbild je nach Betrachtungswinkel ändert. Neben diesen reinen Effektfarben, gibt es auch „Add Ons“, Additivfarben, die mit unterschiedlichen Basisfarben eine besondere Farbwirkung erzielen. Die speziellen Effektpigmente gibt es auf Wasserbasis und als organisches Pulverlacke. Ihr Ergebnis sind schimmernde, effektvolle Lackierungen auf metallischem Untergrund, Naturholz und Kunststoffteilen. Die breite Palette dieser Sonderlacke findet in vielen Industrie- und Konsumgüterbereichen Anwendung. Besonders die Automobilindustrie generiert zusammen mit der Lackindustrie neue Kundentrends in der Effektlackierung (z.B. Felgen, Motorhauben). Aber auch Oberflächen von Küchenmöbeln, Dachkontruktionen, Stahlschränken und Handy-Schalen erhalten durch die Effektlacke ein dekoratives Aussehen.
Oberflächengestaltung – geheimnisvolles Farbenspiel mit modernen Lacken
Effektlacke sind im Handel mit den Bezeichnungen Diamant-, Perlmutt-, Perlglanz oder Regenbogeneffekt-Lacke erhältlich. Jedes mit einer Effekt-Lackierung versehene Objekt ergibt ein individuelles Einzelstück mit einem einzigartigen Farbspektrum. Eine Besonderheit stellt der Flip-Flop-Effekt oder Chamäleon-Effekt dar. Je nach Blickwinkel, Lichteinfall und Lichtbrechung ergeben sich verschiedene Farbeffekte. Bei der Effekt-Lackierung kann sich eine Variation im Farbton ergeben. Der Farbton ist abhängig vom Untergrundton (z.B. schwarze Grundlackierung), der aufgetragenen Schichtdicke sowie dem Sprühabstand. Unterschiedliche Effekte werden auch durch bestimmte Pigmentkombinationen erzielt. Metalloxid- und Glimmer ergeben den Perlglanzeffekt, während der Multicolor-Lackeffekt durch Metalloxid und Siliciumdioxid entsteht.
Innovative Lackeffekte besitzen Differenzierungspotenzial
Welche Lackeffekte entstehen, hängt von verschiedenen Voraussetzungen und Einflussfaktoren ab. Wesentlich ist das Effektpigment bzw. mit welchem Farbmittel (anorganisch oder organisch) das Pigment kombiniert wird sowie seine Konzentration. Die Ausprägung des Lackeffekts wird außerdem vom Aufbau der Lackschicht beeinflusst. Die Form des Objekts, die Beschaffenheit seiner Oberfläche sowie die Art der Lackaufbringung bilden weitere Parameter. Um eine anspruchsvolle Lackierungsqualität zu erhalten, sollte die Effektlack-Spraydose nicht wiederverwendet werden. Müssen Lackschäden ausgebessert werden, empfiehlt es sich, das gesamte (Auto-)teil zu lackieren, um den besonderen Farbton zu erhalten. Eine Weiterentwicklung des Effektlackes ist auch seine rostschützende Eigenschaft. Zum Beispiel werden Stahlkonstruktionen und verzinkte Flächen mit Eisenglimmer-Effektlack überzogen, der Korrosionsschutz enhält. Immer neue Gestaltungsmöglichkeiten mit Effektlackierungen erlauben eine stärkere Differenzierung in den Märkten, besonders in der Automobilindustrie, aber auch in anderen Industriebereichen.
admin | | 02 23rd, 2010 | Kommentare deaktiviert